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Crash-Test für die Euro-Zone 28.02.2017

euro-kriseIn der Automobilindustrie ist es gang und gäbe: Bevor ein neues Modell die Straßenzulassung erhält, wird es bezüglich seiner Sicherheitseigenschaften für die Insassen bei einem Unfall auf Herz und Nieren geprüft. Die Rede ist vom sogenannten Crash-Test. Bei der Gründung der Euro-Zone wurde ein solcher Crash-Test nicht durchgeführt. Und das, obwohl die Historie lehrt, dass die Unfallgefahren bei Modellen einer Währungsunion groß sind. Schließlich sind bisher alle derartigen Versuche, verschiedene Nationen und Wirtschaftsräume in einem Währungsraum zu vereinen, verunglückt.

Die heutigen Mitglieder der Euro-Zone haben sich also einem Vehikel anvertraut, welches für den durchaus wahrscheinlichen Fall eines Unfalls, keinerlei Schutzeigenschaften wie Airbag und Knautschzone aufweist. Doch damit nicht genug: Die Fahrer des Vehikels namens Euro-Zone lassen nicht nur Zweifel an ihrem fahrerischen Können aufkommen. Sie missachten auch noch jegliche Verkehrsregeln wie beispielsweise Maastricht-Kriterien und No-Bail-Out-Klausel und riskieren damit umso mehr einen schlimmen Unfall. Dazu könnte es angesichts der erneut bevorstehenden Griechenland-Rettung sowie der anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und evtl. Italien schon 2017 kommen.

Viele mehr oder weniger freiwillige Mitfahrer im Euro-Zonen-Experiment haben nämlich langsam aber sicher keine Lust mehr auf die fast schon amokhaft anmutende Fahrweise der EZB. Diese tritt beim Aufkauf von immer mehr Staatsanleihen quasi-bankrotter Euro-Staaten zunehmend aufs Gaspedal und geht so immer höhere Risiken ein - auf Kosten der nicht angeschnallten Steuerzahler auf der Rückbank versteht sich. Diese könnten folglich versuchen durch die Wahl eurokritischer Parteien die Notbremse zu ziehen. Dummerweise ist eine Bremse, die das Vehikel Euro-Zone sicher zum Stillstand bringt, so dass die Mitfahrer wohlbehalten aussteigen können, gar nicht installiert. So rast die Euro-Zone mit stetig steigender Geschwindigkeit und ohne Bremsen in eine Sackgasse an deren Ende eine Wand steht. Sollten einzelne der zunehmend nervöser werdenden Mitfahrer in ihrer Not den Griff ins Lenkrad wagen oder sich gar bei voller Fahrt durch Sprung aus dem Fahrzeug retten wollen, birgt auch das hohe Risiken.

Aktien trotz Euro-Crash ?

Wie man angesichts dieser Aussichten sein Geld trotzdem in Aktien anlegen kann, fragen Sie sich? Nun, gerade angesichts des früher oder später drohenden Crashs der Euro-Zone bieten Aktien erstklassiger internationaler Konzerne wie Apple, McDonald´s, Google, Nestlé oder Coca-Cola größtmögliche Sicherheit. Zwar würde ein Zusammenbruch der Euro-Zone ohne Frage auch die globalen Kapitalmärkte erschüttern. Weltweite Kursverluste von 30 % und mehr könnten die Folge sein. Allerdings gab es derartige Schwankungen schon in der Ölkrise der 70er Jahre, beim Börsencrash 1987, beim Platzen der Technologie-Blase um die Jahrtausendwende und in der weltweiten Finanzkrise des Jahres 2009. Trotzdem haben die weltweiten Aktienkurse seit Anfang der 70er Jahre um mehr als 3.000 Prozent zugelegt. Und auch nach dem drohenden Crash des Euros werden die Menschen weltweit ihre iPhones lieben, Hamburger essen, Cola trinken und im Internet surfen. Den Konzernen ist es dabei egal, ob sie ihre Produkte in USD, Euro, Drachme, Lira oder Franc bezahlt bekommen.

Wirklich gefährlich wird ein Euro-Crash hingegen für Bank- und Versicherungssparer. Die halten dann nämlich zweifelhafte Forderungen in Euro. Und das gegenüber Banken und Versicherungen, die beim Zusammenbruch der Euro-Zone selbst in ihrer Existenz bedroht sind und kaum mehr von Staaten gerettet würden, die selbst pleite sind.

Fazit: Für die Euro-Zone könnte es früher oder später zum Crash kommen. Als Anleger kann man sein Vermögen mit internationalen Qualitätsaktien jedoch vor dem Totalschaden bewahren.


Mit besten Grüßen


Ihr


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