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Alle Monatskommentare aus dem Jahr 2005:

29.12.2005 Der Hätte-Mann
27.11.2005 Börsenprognose 2006
25.10.2005 Modetrend BRIC
27.09.2005 Aktuelle Börsen-Verfassung
29.08.2005 Öl-Spekulation
27.07.2005 Stop-Loss: Reiseversicherung für Ihr Depot ?
17.06.2005 Überholspur
30.05.2005 Gewinnmitnahme ?
28.04.2005 Sell in May...
29.03.2005 Hedgefonds pleite
12.02.2005 Raus aus Renten !
27.01.2005 Drei gute Jahre...

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Öl-Spekulation 29.08.2005

Noch nie, seit der Ölpreis vor 22 Jahren erstmals an der Börse notierte, war das Barrel so teuer wie heute. Mit Fakten hat das nichts mehr zu tun: Vielmehr ist der Ölpreis mittlerweile zum Spielball der Spekulanten geworden. Seit Juni hat sich die Zahl offener Terminkontrakte aufs Öl in der Hand von Finanzspekulanten an der US-Terminbörse NYMEX mehr als vervierzehnfacht!


Vor diesem Hintergrund relativiert sich denn auch die von Ölspekulanten ohne Sinn und Verstand nachgeplapperte Begründung für den Preisanstieg: Der riesige Energiehunger Chinas. Zwar wächst die Energienachfrage Chinas aufgrund der boomenden Wirtschaft relativ stark. Jedoch tut sie das nicht erst seit gestern: Bereits seit Anfang der 90er Jahre weist die Volksrepublik Wachtsumsraten von 8-10 % pro Jahr auf. Dies konnte den Ölpreis jedoch nicht davon abhalten, Ende der 90er Jahre auf unter 10 USD pro Barrel zu fallen. Seither hat sich der Preis versiebenfacht.

Auch das immer wieder hervorgebrachte Argument der über kurz oder lang versiegenden Ölreserven der Erde eignet sich ganz offensichtlich mehr zur Erhitzung der Gemüter als zu einer sachlichen Einschätzung der Lage. Fakt ist, dass die weltweiten Ölreserven nach aktuellem Stand noch für mindestens 40 Jahre reichen. Genau diese "Ölreichweite" von 40 Jahren haben
Experten jedoch auch schon im Jahr 1960 prognostiziert. Wie wir heute wissen, ist der letzte Tropfen Öl jedoch keinesfalls im Jahr 2000 gefördert worden. Durch immer innovativere Förderverfahren gelang es vielmehr bisher, ständig weitere Ölreserven zu entdecken und bisher als unförderbar angesehene Ölfelder mit Hilfe neuester Technik nutzbar zu machen.

So ist die aktuelle Ölkrise - falls man überhaupt von einer solchen sprechen sollte - denn auch eher hausgemacht. Da der Ölpreis zwischen 1980 und 2000 inflationsbereinigt um rund 70 % gefallen ist, haben es die Energiekonzerne zuletzt sträflich vernachlässigt, in neue Pipelines und Raffinerien zu investieren. Bei Förderkosten von rund 20 USD pro Barrel und einem Ölpreis
von 10 USD waren Investitionen ganz einfach nicht kostendeckend. Dies sieht beim aktuellen Preisniveau von 70 USD pro Barrel natürlich ganz anders aus. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die aktuell im Eiltempo nachgeholten Investitionen der Ölbranche zu einer Ausweitung des Angebotes führen werden und der Ölpreis wieder auf Talfahrt geht. Ein typischer Schweinezyklus also, wie in vielen anderen Branchen auch.

Dass der steigende Ölpreis aktuell gerne als Bremsklotz für die Börsenentwicklung angeführt wird, entbehrt übrigens jeglicher Erfahrung. Schließlich stand der Ölpreis Anfang der 70er Jahre gerade mal bei 7 USD. Die Verzehnfachung des Ölpreises bis heute konnte den Dow Jones Index in dieser Zeit nicht davon abhalten, im gleichen Zeitraum von 700 Punkten auf heute über 10.000 Punkte zu steigen.

Fazit:
Lassen Sie sich also nicht von der aktuellen Hysterie ums Öl anstecken. Abgesehen von kurzfristigen spekulativen Ausschlägen wird sich die Börse auf Dauer vom Ölpreis lösen. Entscheidend für unsere Unternehmen wie Coca-Cola oder Gillette ist schließlich, ob die Leute im Supermarkt zur Cola-Flasche greifen und sich mit Gillette-Rasierschaum rasieren. Und mal im Ernst: Machen Sie diese Entscheidung wirklich vom Ölpreis abhängig ?

Öl-Artikel "Preis der Angst" in der "Welt"


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Mit besten Grüßen

Ihr

Jörg Wiechmann



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