Itzehoer Aktien Club

Itzehoer Aktien Club

Warum steigen Aktien? 29.11.2018

kursaufschwungUS-Aktien haben in den letzten 50 Jahren eine Rendite von rund 9% pro Jahr erzielt. Doch Aktien lohnen sich nicht nur im Mutterland des Kapitalismus, sondern auch hierzulande: Der DAX stieg seit seiner Geburt im Jahr 1988 von 1.000 auf aktuell rund 11.000 Punkte. Damit brachte er es in den letzten 30 Jahren auf über 8% pro Jahr. Warum sehen viele Deutsche Aktien dann trotzdem als risikoreich an und vergleichen die Börse gar mit einem Spielkasino?

Möglicherweise, weil Aktien neben ihrer makellosen Langfristbilanz auch eine Schattenseite haben: kurzfristig schwanken sie erheblich. Damit bergen sie in der Tat das Risiko, dass ein Anleger am Aktienmarkt Geld verliert. Zumindest dann, wenn er nach Kursrückgängen Nerven oder Geduld verliert und mit Verlust verkauft. Genau genommen liegt das Risiko damit aber nicht in den Aktien, sondern vielmehr im Anleger selbst. Schließlich hat allein er es in der Hand, ob er seine Aktien nach einem temporären Kurseinbruch verkauft oder langfristig hält und Gewinn einfährt.

Warum aber fällt es vielen Anlegern so schwer, die kurzfristigen Schwankungen der Börse zu ignorieren und langfristig investiert zu bleiben? Nun, neben der Tatsache, dass der Mensch ein Herdentier ist, liegt das vermutlich an den hierzulande doch weit verbreiteten Wissenslücken zum Thema Wirtschaft und Börse. Wem klar ist, warum der Aktienmarkt langfristig steigen muss, der wird sich leichter tun, Kurstäler auszusitzen als derjenige, für den der langfristige Aufwärtstrend der Börse eine gewagte These oder gar reine Glückssache ist. „Die Börse verlangt Überzeugung und schnell fallen ihr die nicht Überzeugten zum Opfer“, bringt es ein Börsensprichwort auf den Punkt.

Für den persönlichen Börsenerfolg bedarf es darum einer festen Überzeugung – und die resultiert aus Wissen. Insbesondere dem Wissen über die simple aber grundlegende Frage: Warum steigen Aktien eigentlich langfristig? Die Antwort darauf lautet: Weil die Weltwirtschaft langfristig wächst. Und mit ihr die Unternehmen, deren Umsätze, Gewinne und folglich deren Börsenwerte. Über den Aktienmarkt – und nur über diesen – lässt sich unmittelbar am Wachstum der Weltwirtschaft teilhaben.

Und warum wächst die Weltwirtschaft? Nun, einerseits aufgrund des technologischen Fortschritts. Dieser sorgt dafür, dass wir immer effizienter und demzufolge mehr und kostengünstiger produzieren können. Und andererseits, weil die Weltbevölkerung ständig wächst - allein 2018 um rund 80 Millionen Menschen. Weltweit kommt also Jahr für Jahr so viel wie die Gesamtbevölkerung Deutschlands hinzu. Von aktuell rund 7,6 Milliarden Menschen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf rund 10 Mrd. Menschen ansteigen. Ein Zuwachs von über 2 Milliarden Menschen, mehr als die Gesamtbevölkerung Chinas.

Damit steigt auch die Nachfrage nach Autos, Smartphones, Medikamenten oder schlicht Essen und Trinken. BMW, Apple, Novartis, McDonald’s und Coca-Cola wird es freuen. Kein Wunder also, dass die Wirtschaft wächst und angesichts steigender Kundenzahlen und effizienteren Produktionsmethoden immer mehr Geld verdient.

Anders als die kurzfristigen, unberechenbaren Kursschwankungen an der Börse ist dieser langfristige Wachstumstrend der Weltwirtschaft sehr stabil und zudem berechenbar: So wächst die Weltwirtschaft seit Jahrzehnten recht konstant mit nominal rund 6% pro Jahr. Kein Wunder also, dass auch die Umsätze, Gewinne und damit die weltweiten Aktienkurse diesem langfristigen Wachstumstrend folgen. Berücksichtigt man dazu noch, die jährliche Dividendenausschüttung in Höhe von rund 3% pro Jahr, kommt man auf die eingangs für DAX und Dow erwähnten Gesamtrenditen von im Schnitt 8-9% pro Jahr in den letzten 30 bzw. 50 Jahren. Mit diesem Wissen sollten sich dann auch die kurzfristige Börsenschwankungen entspannt aushalten lassen.


Mit besten Grüßen


Ihr


Wie hat Ihnen mein Kommentar gefallen?

Rating: 4.39/5 (56 Bewertungen)


Newsletter-Banner

Das könnte Sie auch interessieren:

Apple: iPhone 12 ist da Firmen-News 14.10.2020

Apple: iPhone 12 ist daDie Vorstellung neuer iPhones hat bei Apple-Fans Kultstatus. Obwohl meist schon viele Neuerungen im Vorfeld durchsickern, fiebern alle gespannt auf den Präsentationstag hin und erfahren dort, welche Innovationen das neue iPhone in sich birgt. Konzernchef Tim Cook lüftete gestern Abend das "Geheimnis" ums neue iPhone 12. Wie erwartet katapultiert sich Apple mit dem iPhone 12... mehr ...

Daimler: Voll unter Strom Firmen-News 08.10.2020

Daimler: Voll unter StromDaimler wird von einigen Investoren vorgeworfen, sich zu sehr auf den Erfolgen der zurückliegenden Jahre ausgeruht und wichtige Weichenstellungen vor allem für den Umstieg auf die E-Mobilität verschlafen zu haben. Jetzt hält Daimler-Chef Ola Källenius dagegen und will in den kommenden Jahren "die führende Position" bei Elektroantrieben und Auto-Software einnehmen. mehr ...

Depotbericht 10/2020 - Zombie-Alarm IAC-Aktuell 05.10.2020

Zombie-AlarmAls die Bundesregierung im März den Lockdown befahl, brachte das viele Unternehmen in eine existenzbedrohende Situation. Auch heute noch sind zahlreiche Firmen bspw. aus der Reise- und Veranstaltungsbranche durch die Corona-Krise gefährdet. Dennoch ist die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahr bislang sogar rückläufig. Wie kann das sein? Die Antwort liegt darin, dass... Zum Depotbericht

MMT - Geld für alle ! Monats-Kommentar 30.09.2020

MMT - Geld für alle !"Geld haben ist besser, als kein Geld haben, allein schon aus finanziellen Gründen“. Dieser Logik des legendären US-Komikers Woody Allen lässt sich wenig entgegensetzen. Doch dummerweise ist Geld ein begrenztes Gut. Oder etwa nicht? Über genau diese Frage ist unter Ökonomen weltweit heftiger Streit entbrannt. Das Stichwort lautet „MMT“ und steht für „Modern Monetary Theory“. mehr ...

Corona-Impfstoff in Sicht Firmen-News 24.09.2020

Corona-Impfstoff in SichtIm Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. In einer sogenannten Phase III-Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten überprüft werden. Inzwischen haben mehrere Hersteller die vor der Zulassung nötigen... mehr ...