Pfizer zeigt, wie stark der Konzern nach der milliardenschweren Neuausrichtung auf Krebsmedizin inzwischen aufgestellt ist. Pfizer übernahm nämlich Ende 2023 das Unternehmen Seagen für rund 43 Milliarden US-Dollar. Pfizer erklärte damals, dass sich durch Seagen seine Onkologie-Pipeline in etwa verdoppelt habe.
Und die Forscher arbeiten bei Pfizer unter Hochdruck: Für den kommenden ESMO-Kongress kündigte das Unternehmen Daten aus 45 eigenen, kooperativen und von Forschern initiierten Studienbeiträgen an, darunter elf mündliche Präsentationen. Im Mittelpunkt stehen etablierte Medikamente wie Padcev und Talzenna, aber auch aussichtsreiche Entwicklungsprogramme wie Atirmociclib, Tivunatamig und Sigvotatug Vedotin.
Für Anleger ist vor allem die Breite bemerkenswert. Pfizer arbeitet parallel an Brust-, Lungen-, Blasen- und Prostatakrebs und versucht damit, aus seiner Onkologieplattform mehrere neue Umsatzträger zu entwickeln. Atirmociclib wird bereits in Phase 3 untersucht, Tivunatamig wiederum kombiniert zwei etablierte Wirkmechanismen in einem bispezifischen Antikörper.
Noch handelt es sich teilweise um experimentelle Wirkstoffe, sodass klinische Risiken bleiben. Doch nach dem Rückgang der Corona-Sondererlöse braucht Pfizer genau diese Pipeline-Dynamik.
Fazit: Unser US-Pharma-Riese hat in der Onkologie sichtbar Substanz aufgebaut. Entscheidend wird nun, wie viele dieser Programme tatsächlich zu Zulassungen werden. Das Potenzial für mehrere neue Wachstumstreiber ist aber absolut vorhanden.