Wind of Change 27.02.2025
Als die deutsche Rockband „Scorpions“ 1990 ihren Song „Wind of Change“ veröffentlichte, wurde dieser zur Hymne des Wandels zum Ende des kalten Krieges. Als Olaf Scholz am 27. Februar 2022 seine Zeitenwende-Rede hielt, wurde diese ebenfalls zum Symbol des Anbruchs einer neuen Epoche. Ob nun „Wind of Change“ oder „Zeitenwende“, der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Geschichte sich oft sprunghaft entwickelt. Der Mensch hingegen denkt in der Regel linear. Was gestern galt, sollte auch morgen noch gelten.
Dass dem nicht so ist, weder in Wirtschaft noch Politik, verdeutlichen folgende Beispiele: Jahrelang konnte sich Europa auf den militärischen Schutz der USA verlassen. In seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz stellte US-Vize-Präsident J.D. Vance hingegen jüngst klar, dass der zukünftige Schutz Europas durch die USA davon abhängt, dass man die gleichen demokratischen Werte vertritt. Genau hier sehen die USA angesichts aus ihrer Sicht mittlerweile eingeschränkter Rede- und Meinungsfreiheit in Europa sowie politischer Ausgrenzung Andersdenkender durch Brandmauern mittlerweile Defizite. Man kann über diese Sichtweise diskutieren, klar aber ist angesichts der 180-Grad-Umkehr der Richtung von Vorwürfen in Sachen Freiheits- und Demokratie-Defizite sowie der Drohung mit Entzug des militärischen Schutzes: die Dinge ändern sich aktuell radikal.
Sprunghafte Veränderung gibt es derzeit auch in der Wirtschaft und an der Börse. Die letzten Jahre und verstärkt 2024 galt: Die US-Börse ist allen anderen aufgrund der unangreifbaren Dominanz ihrer Technologie-Konzerne überlegen. Europäische und damit deutsche Aktien hingegen spielen aufgrund struktureller Probleme in Sachen Energie und EU-Bürokratie sowie aufgrund ihrer regionalen Nähe zum Ukraine-Krieg bestenfalls in der zweiten Liga. Und die chinesische Börse ist aufgrund der andauernden Konjunkturkrise in China sowie politischer Unsicherheiten ohnehin keinen Blick wert.
Seit wenigen Wochen jetzt plötzlich Rolle rückwärts und alles genau umgekehrt: Die Euphorie um die in Sachen KI führenden US-Aktien hat mit dem Schock durch die offenbar billigere und effizientere chinesische KI „Deepseek“ einen Dämpfer erhalten. Die noch bis Ende 2024 raketenartig gestiegenen US-Big-Tech-Aktien bewegen sich gemessen am Nasdaq-Index folglich im laufenden Jahr gerade mal seitwärts. Der DAX hingegen eilte zuletzt von Rekord zu Rekord und legt relativ zum US-Markt seinen besten Jahresstart seit über 20 Jahren hin. Und die zuvor abgeschriebene China-Börse? Die legt noch einen drauf und schaltet wachgeküsst durch die Deepseek-Euphorie mit einem Plus von fast 20% im noch jungen Jahr 2025 geradezu in den Rally-Modus. Auch hier gilt also: Was die letzten Jahre und noch bis Ende 2024 galt, muss 2025 nicht unbedingt weiter gelten. Vielmehr kann es sehr sprunghaft zu neuen Sichtweisen und Entwicklungen und folglich zu plötzlichen Veränderungen kommen.
Sollten Anleger nun also der jüngsten Zeitenwende bzw. dem „Wind of Change“ an der Börse Tribut zollen und ihre US-Aktien aus dem Depot werfen, um voll und ganz auf den DAX oder besser noch China-Titel zu setzen? Wohl kaum. Schon der griechische Philosoph Heraklit wusste: „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“. In der aktuellen Welt der schnellen, teils sprunghaften Veränderung gilt darum: Es ist ein großes Risiko, auf die Fortsetzung bisheriger Trends zu wetten - sei es der alten oder der neuen. Der beste Schutz für Investoren besteht vielmehr darin, ihr Geld breit zu streuen, um von zukünftigen Veränderungen nicht mit ihrem gesamten Vermögen auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.


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