Itzehoer Aktien Club

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KI-Nervosität 26.02.2026

ein Roboter, der sich die Hand an den Kopf hält und mehrere Logos der TechfirmenNach der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 und der dadurch entfachten KI-Fantasie kannten die Aktienkurse der großen US-Tech-Konzerne lange nur eine Richtung: aufwärts. Apple, Microsoft, Amazon, Meta, Alphabet & Co. galten als alternativlos. 2025 begann dieser Trend zu wackeln – mittlerweile droht er sich nun sogar ins Gegenteil zu verkehren. Was ist passiert? Ist künstliche Intelligenz doch nicht so revolutionär wie gedacht?

Ganz im Gegenteil. Gerade die immer klarer werdenden Möglichkeiten der KI treiben die Tech-Riesen in ein immer abenteuerliches Investitionswettrennen. Der Aufbau neuer KI-Rechenzentren verschlingt gewaltige Summen. Selbst die bislang gewinnstärksten Firmen der Welt stoßen dabei mittlerweile an die Grenzen ihrer Finanzierungsmöglichkeiten und müssen plötzlich Schulden machen, um die Investitionen zu stemmen. Alphabet etwa platzierte jüngst erstmals eine Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren – ein Instrument, das sonst eher Staaten vorbehalten ist. Geht das Investitionswettrennen wie angekündigt weiter, werden aus den bislang gewinnstärksten Unternehmen der Welt schon bald die am höchsten verschuldeten. Ob und wann sich dieses Ausmaß an Investitionen rechnet, steht in den Sternen. Diese Unsicherheit sorgt derzeit für Nervosität bei KI-Aktien.

Doch nicht nur die KI-Anbieter selbst geraten unter Druck. Nahezu alle Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen, die zunächst als KI-Profiteure galten, werden plötzlich kritisch betrachtet. Zunächst hieß es, KI werde teure Programmierer ersetzen und so die Kosten der Software-Firmen senken. Inzwischen lautet die Frage: Braucht es klassische Software überhaupt noch, wenn intelligente KI-Agenten Aufgaben direkt übernehmen? Aus potenziellen Gewinnern werden in den Köpfen der Anleger so mögliche Verlierer. Das langfristige Potenzial von KI bleibt unbestritten - die Frage, wer am Ende daran verdient und wer verliert, ist hingegen offener denn je. Kein Wunder, dass Investoren Tech-Aktien derzeit eher meiden.

Ganz anders bei Unternehmen, die mit KI nur wenig zu tun haben: Kein großes Sprachmodell wird schließlich Schokolade, Flugzeuge, Traktoren, Medikamente oder unsere Nahrung überflüssig machen. Konsum- und Lebensmittelkonzerne wie Pepsi, Coca-Cola oder Nestlé erleben daher eine Renaissance. Gleiches gilt für Pharma- sowie Grundstoff- und Energiekonzerne - immerhin verschlingen die vielen neuen KI-Rechenzentren enorme Mengen Strom.

Dieser drastische Wechsel der Sichtweise spiegelt sich auch an der Börse wider: Der S&P Energy legte seit Jahresbeginn rund 23% zu, Grundstoffe gut 16%, Basiskonsumgüter knapp 15%. Der IT-Sektor hingegen verlor fast 5%. Software-Aktien brachen sogar zweistellig ein.

Fazit: Was wir derzeit erleben, ist weniger eine Abkehr von KI als ein massiver Stimmungs-Umschwung. 2024 dominierte die Euphorie, 2026 die Vorsicht. Geschichten über mögliche Gewinner und Verlierer einer Entwicklung - hier KI - verändern sich an der Börse oft schnell. Wer alles auf eine Sichtweise setzt, wird vom nächsten Stimmungswechsel kalt erwischt. Der verlässlichste Schutz bleibt eine breite Streuung – und der jeweils vorherrschenden Sichtweise nicht blind hinterherzulaufen.

Im IAC setzen wir deshalb seit jeher nicht nur auf Technologiewerte, sondern ebenso auf Energie, Grundstoffe, Industrie, Gesundheit, Nahrungsmittel, Reisen usw. Diese Mischung zahlt sich aus: nicht nur durch geringere Schwankungsbreite, sondern aktuell wieder durch neue Höchststände unseres IAC-Club-Fonds - und über 12% Rendite auf Jahressicht.


Mit besten Grüßen


Ihr


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