Itzehoer Aktien Club

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Aktien mit Rückenwind 30.07.2021

India Inc's growthMit den Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr 2021 melden sich die deutschen Unternehmen derzeit aus dem tiefen Konjunktur-Tal zurück auf beeindruckenden Wachstums-Höhen: Volkswagen beispielsweise verkaufte in den ersten sechs Monaten mit fünf Millionen Fahrzeugen 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und verdiente nach Kosten satte 8,4 Milliarden Euro. Unsere Porsche-Aktien als Mutterholding des VW-Konzerns quittierten das seit Jahresanfang mit einem Kursanstieg von über 60%. BASF steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um stolze 56%. Den Betriebsgewinn konnte unser Chemie-Riese gar mehr als verzehnfachen. Und selbst die seit Jahren dahin siechende Deutsche Bank, deren Aktien wir im IAC zwar nicht besitzen, legte ihr bestes Halbjahr seit 2015 hin und wies einen Gewinn nach Steuern von 828 Millionen Euro aus. Immerhin.

In den Schatten gestellt werden die glänzenden Zahlen der deutschen Wirtschaft allerdings noch von den US-Konzernen: Unser Online-Händler Amazon macht in vier Monaten mehr Gewinn als die Allianz im ganzen Jahr. Unsere Google-Mutter Alphabet setzte mit dem Verkauf von Anzeigen 2020 knapp 147 Milliarden Dollar um – fast das Doppelte des Gesamtumsatzes aller deutschen Medien- und Unterhaltungsfirmen zusammengenommen. Zu guter Letzt Apple: Unser iPhone-Konzern steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um beeindruckende 36% und verdiente allein in diesen drei Monaten rund 22 Milliarden US-Dollar - nochmals fast doppelt soviel wie im Vorjahresquartal. Kein Wunder, dass der Konzern mit dem Apfel-Logo mittlerweile fast 1,5 mal soviel wert ist, wie alle 30 DAX-Konzerne zusammengerechnet.

Nebenwirkung Inflation

Die Unternehmen - und mit ihnen natürlich wir als ihre Aktionäre - leben also derzeit aufgrund der starken weltweiten Konjunkturerholung in der besten aller Welten. Doch wo Licht ist, fällt bekanntlich auch Schatten. Allerdings trifft der auf eine andere Anlegergruppe: die Zins-Sparer. Die boomende Wirtschaft treibt nämlich die Inflation in die Höhe. In Deutschland legten die Verbraucherpreise im Juli um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu - die stärkste Geldentwertung seit rund 30 Jahren. In den USA lag die Inflation zuletzt gar bei 5,4%. Auch hierzulande erwartet die Investment-Bank Goldman Sachs im laufenden Jahr einen weiteren Preisanstieg auf deutlich über 4%.

In Kombination mit der seit Jahren andauernden Nullzins-Politik bedeutet das für Sparer eine historische Vermögensvernichtung. So verliert das Ersparte im aktuellen Zins- und Inflationsumfeld in gerade mal etwas mehr als zwei Jahren 10% seines Wertes. Das Risiko möglicher Kursrückschläge am Aktienmarkt fällt da vergleichsweise harmlos aus: Zwar ist auch an der Börse ein Kursrückgang um 10% über zwei Jahre nie ausgeschlossen. Anders als bei Ersparnissen, die durch Inflation unwiederbringlich vernichtet werden, erholen sich aber die Aktienkurse langfristig wieder. Das zeigt nicht nur die Erfahrung nach der Finanzkrise 2009, der Euro-Krise 2011 und der Corona-Krise 2020, sondern auch der Blick zurück auf über 200 Jahre Börsengeschichte.

Freie Seitenwahl

Gerade auf lange Sicht ist Inflation zudem ein schier unbesiegbarer Feind für Sparer: Wenn sich Preise über die Jahrzehnte verdoppeln, halbiert sich damit die Kaufkraft der Sparer. Für Aktionäre und ihre Unternehmen bedeutet eine Verdoppelung der Preise hingegen tendenziell eine Verdoppelung von Umsatz, Gewinn und damit letztlich auch der Aktienkurse. Während Sparer also unter der Inflation leiden, profitieren Aktionäre sogar noch davon. Dass Firmenbesitzer anders als Sparer zudem noch am langfristigen Aufschwung der Weltwirtschaft verdienen, erklärt, warum Aktionäre beim Vermögensaufbau systematischen Rückenwind genießen, während Sparer mit systematischem Gegenwind zu kämpfen haben. Für Noch-nicht-Aktionäre vielleicht ein guter Grund, die Seite zu wechseln.


Mit besten Grüßen


Ihr


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